Nach dem ZBG-Desaster und der Hiobsbotschaft mit dem sanierungsbedürftigen Busbahnhof, gibt die tunnelaffine Verwaltungsleitung der Stadt nun ein weiteres Beispiel ihrer Rechenakrobatik ab.
4 Mio. will man nach dem Bau des Tunnels durch den Verkauf "wertvoll" gewordener Tunnelanrainergrundstücke erzielen. Aber schon hier stimmt die Rechnung nicht, denn man zieht die 2 Mio. Euro, über die man jetzt abstimmen lässt nicht als "Erschließungskosten" ab. Dann bleibt nur noch ein "Plus" von 2 Mio. Euro. Auch die 220 Mio. Euro, die Bund und Land insgesamt für die Baumaßnahme aufwenden sollen benennt man erst gar nicht. Tut man das, dann liegt man bei einem Minus von 218 Mio. Euro.
Und das Wichtigste überhaupt wird vom Bürgermeister völlig verschwiegen: entlang der 4,5 km langen Autobahn werden Hunderte von Haus- und Grundbesitzern mit z.T. immensen Wertverlusten ihrer Immobilien zu rechnen haben - während der langen Bauzeit und auch danach. Entschädigt werden aber nur diejenigen, deren Häuser wegen des Baus abgerissen werden müssen.
Auch die Umsatzeinbußen der Geschäftsleute und die entstehenden weiteren Leerstände in der Innenstadt tauchen in der "Profitabrechnung" der Stadt nicht auf.
Abschließend kann man feststellen: So wie die Informationspolitik der Stadt zum Tunnelbau begonnen hat, so endet sie auch. Das Ganze ist eine einzige Milchmädchenrechnung.
Doch etwas Gutes hat die dreimonatige Diskussion um das Transitautobahnprojekt wirklich gebracht. Gladbeck ist nun die Stadt in Deutschland mit der höchsten Dichte an Autobahnexperten.
In diesem Sinne hoffe ich, dass ab Montag alle wieder auf den Boden zurück kommen und die Dinge in Zukunft anders angegangen werden. Das Millionensanierungsprojekt Tiefgarage und Busbahnhof bietet in den nächsten Jahren die Gelegenheit, Bürger wirklich zu beteiligen.